Ein Artikel von Herzen

Ich schreibe jetzt einen Artikel der mir schon lange unter den Nägeln brennt.

Wie ihr, meine lieben Stammleser, wisst bin ich ziemlich obsessiv. Ich finde nicht nur was gut oder bin Fan, ich lebe das und verinnerliche es mit jeder Faser meines Körpers. Seien es Serien oder Filme oder Schauspieler, manchmal auch Musik….

Das war schon immer so. Seit ich denken kann. Fan sein, Fangirling, wie immer man das nennen will, gehört zu mir wie mein rechter Arm. Früher, als ich ein Teenager war, gab es leider das Internet nicht, sodass ich das meiste allein toll fand. Außer jetzt die üblichen Dinge die in der Bravo waren. Serien oder Schauspieler an sich die nicht so massenkompatibel waren. Wie MASH zum Beispiel. Ich weiss noch wie ich mich gefreut habe als ich mitbekam, dass mein Lieblingslehrer das auch guckt und ich hätte am liebsten ewig mit ihm darüber gequatscht ^^

Hätte es das Internet gegeben, hätte ich mich mehr ausgetobt. Und ich hätte mich nicht permanent wie ein Alien gefühlt. Oder allein. Auf meinem Fernseher stand ein eingerahmtes Bild der Star Trek – The next Generation Crew und die Enterprise hing als Riesenposter in meinem Zimmer. Ich kannte aber keinen, der das auch mochte. Und wenn ich meinen inneren Geek raushängen ließ, was ab und an doch passiert ist ^^, dann kamen die Blicke und das “Freak!” und ich war wieder ein Alien. Nicht, dass ich nicht gemocht wurde oder keinen Anschluss fand. Dem war nicht so. Ich hatte Freunde und den ganzen Kram und war nicht unbeliebt. Aber niemanden der so tickte wie ich und ich musste lernen mich anzupassen und mich zu verstellen.

Die Jahre zogen ins Land aber das änderte sich nicht. In meiner Wohnung hingen Harry Potter und Herr der Ringe Plakate und immer wieder kam “Du hast doch ne Macke!”.

Mein kleiner innerer Geek konnte sich nie richtig austoben und ausleben.

Und dann bekam ich 2008 Internet. Also so richtiges, nicht wie damals als es losging damit und man außer Paint und bescheuerten Chatrooms nicht wirklich was benutzte xD
Mir tat sich auf einmal eine ganz neue Welt auf. Damals war mein Hauptfocus noch auf Supernatural. Ich bin gestorben als ich YouTube entdeckte und die ganzen Trailer und Videos und so weiter. Serienjunkies.de, wo es neue Folgen im Detail zu lesen gab, die hier ja noch nicht liefen und ich hatte auch noch null Ahnung von Streams. Ich habe Staffel 1, 2 und 3 hier gehabt und wirklich die ersten Folgen der 4. Staffel gelesen. *lach*
Und dann entdeckte ich Streams und co und meine Welt wurde unermesslich reich.

Aber damit nicht genug.

In den letzten Jahren lernte ich unheimlich tolle Menschen kennen. Die meisten dank meines Blogs, Internetforen und Facebook. Und es ward Licht.
Geeks, Nerds, Freaks in Hülle und Fülle! Menschen die so waren wie ich. Naja, so in etwa ^^ 
Mein innerer Geek musste sich nicht mehr zurück halten. Er konnte sich frei entfalten und wir haben verdammt viel Spaß. Ich traute mich immer mehr und erst jetzt (!) fühle ich mich richtig frei.

Dank tumblr, Twitter, Pinterest und co.
Und so richtig, richtig habe ich mich erst geöffnet, seit ich Lia kenne und ich bin ihr so unendlich dankbar für die ganzen Gespräche und dafür, dass sie so ist wie sie ist. Dank ihr hab ich mich dann erst so richtig gehen lassen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber es ist so.
Wenn du nie so sein kannst wie du bist und dann Menschen kennenlernst die dir sagen, dass es gut so ist, wie du bist, wenn du so bist wie du bist…. äh…. ja. xD

Das ist halt so eine ganz eigene Welt. Man kann die blöde Realität (die ja so generell was gegen mich hat) einfach mal wegschließen.

Allerdings kommen auch negative Dinge.
Wobei eines auch sehr lustig war. Auf Facebook gab ich an, dass ich in einer komplizierten Beziehung mit Dylan O’Brien bin.
Weil er nicht weiss, dass wir eine Beziehung führen, ist es kompliziert. Ich fand das total lustig, aber ein Kommentar war “Nina, das ist nicht mehr gesund!”. Total süß, weil das so besorgt klang ^^
Aber letztens bekam ich zu hören: “Schämst du dich nicht in deinem alter so zu sein?”
Nein, tue ich nicht.

Früher fand ich das Wort Fangirlen unangemessen. Ich bin keine 14 mehr. Aber letztendlich ist es ein Begriff für Spaß und Leidenschaft und Liebe. Also was soll daran falsch sein und wer bestimmt für welches Alter das genutzt werden darf.

Erwachsene Männer weinen, wenn ihr Lieblingsverein absteigt. Manche Menschen lesen bis ihnen die Finger bluten, andere backen wie die Weltmeister, wieder andere kriegen nen Orgasmus wenn sie nen Ferrari sehen und meine Leidenschaft ist eben das Fandom.

Und alle Menschen die ich so anschmachte sind volljährig! xD

Ich war mein ganzes Leben der Freak und wurde für bescheuert gehalten, wenn ich mich mal öffnete und war wie ich WIRKLICH bin. Es wurde sich über mich lustig gemacht. Und die Menschen haben keine Ahnung gehabt wie sehr mich das verletzte  und wie extrem unsicher mich das gemacht hat.

Heute bin ich so weit, dass ich das Wort Freak oder Spinner zwar noch höre und auch verstörte Blicke ernte, aber für mich ist das inzwischen was Positives geworden. Nichts mehr, was mir peinlich ist.
Ich weiss heute wer ich bin und wie ich bin und was mir Spaß macht, was ich liebe und dass ich das nie wieder verstecken möchte. Ich habe mich in den letzetn Jahren eh sehr verändert. Ich bin viel glücklicher und zufriedener als ich es jemals war. Früher fand ich Rosa und Glitzer und Einhörner und Cupcakes zum kotzen. Hatte ich nichts mi am Hut.
Heute ist sowas etwas, mit dem mich andere identifizieren. Mit dem ich mich selber auch identifiziere.

Und ich habe Menschen um mich herum die mich so akzeptieren wie ich bin. Die meinen Facebook oder Twitter Spam hinnehmen, auch wenn ich oft bestimmt tierisch nerve. ^^
Die mir zwar sagen, dass ich spinne, eine Macke habe und bescheuert bin, es aber liebevoll und respektvoll meinen.

ICH BIN EIN FANGIRL und zelebriere das mit jeder Faser meines Seins! Und es ist mir SCHEIß egal ob irgendjemand mich für bescheuert oder arm hält. Denn ich weiss, wie reich ich bin.

Und ich will irgendwann im Altersheim sitzen und an Dylan O’Brien, Teen Wolf, Supernatural, Arrow, Stephen Amell, und so weiter denken und dann innerlich leuchten und mich ganz jung fühlen.

Haters gonna hate.

2 Kommentare bei Ein Artikel von Herzen

  • Halliway  sagt:

    *applaus*

    So denken mein Mann und ich zum Teil auch. In unserem Wohnzimmer hängen zwei eingerahmte Enterprise Bilder, wir geben lieber Geld für eine gute DVD / Serie aus, ich habe ein paar Figuren aus Toy Story (Mr. Potato Head) im Regal stehen oder mein Mann eine Godzilla Figur und es interessiert uns nicht die Bohne, was die anderen denken. Es ist unser Leben. Wer uns kennt und mag, der akzeptiert das. Jeder hat so eine Hobbys und „Freak-Anwandlungen“. Leben und Leben lassen.

  • brummelbrot  sagt:

    Yeeeeey.

    Ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Meine Wohnung ist auch hoch dekoriert mit Nerd-Nippes. Vor allem ganz ohne System und Ordnung xD Da sitzt dann zB ein Star Trek-Figürchen neben Muffi-Schlumpf xD Ich lese Mangas, hab ein Faible für Star Wars, Star Trek und und und. Der Liebste war davon erst mal irritiert (da er selbst nicht so drauf ist), aber es ist in Ordnung. Mal sehen wie das wird, sollten wir mal zusammen ziehen xD Er fand es erschreckend, als ich ihm erzählte, dass ein Typ mich deswegen nicht wollte. Der schämte sich regelrecht wegen mir… Auch, da ich so gut wie immer auch entsprechende Shirts trage… Krass oder!? Ne. Riesen Depp der Typ. Zurecht ohne mich kreuzunglücklich!

    Wie ich ja letztens in einem Post (der dir ja auch gefallen hatte ^^) beschrieben hab. Mir sind diese hoch sterilen Wohnungen nicht geheuer. ICH muss mich doch hier wohl fühlen. Wenn andere mit all den Sachen nichts anfangen können, oder zB auch meine MuskelKater-Geschichten für dumm erachten… Das geht mir so dermaßen am Allerwertesten vorbei. Juckt mich nich. Wenn jmd meint, ich sei wegen meines Totoro-Shirts kindisch. Pff. Mir egal. Lieber bewahre ich mir noch was Kindheit, als bierernst mit nem Stock im Arsch durch die Gegend laufen zu müssen.

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