Erst der Heiratsantrag, dann die Abfuhr

Heute ist mir was passiert, das hat mich wirklich mega geärgert. Obwohl ich wusste was kommt, aber dennoch…

Ich war bei Kaufland einkaufen. Auf dem Weg nach draußen wurde ich von einem Mann in ca meinem Alter angesprochen. Er hatte einen kleinen Stand, an dem Bilder von misshandelten und verwahrlosten Tieren hingen. Ich dachte, es ginge um irgendeine Unterschriftenaktion und blieb stehen.

Er erklärte mir, dass er von einer Tierschutz Organisation wäre, bei der er ehrenamtlich helfe. Er zählte auf was die alles machen und fragte mich, ob ich Tiere habe und was für welche, etc pp. Total freundlich, Späßchen machend. Dann holte er einen Ordner unter dem Tisch hervor und blätterte darin herum, zeigte mir Bilder und Zeitungsartikel von Tiermessis, und mehr verwahrloste und gequälte Tiere. Dann kam er zu Massentierhaltung, Legebatterien….. Ich unterbrach ihn irgendwann (aus Zeitgründen) und sagte ihm, dass ich Veganerin bin, bescheid wisse und Tiere aus dem Tierschutz habe und Bekannte die dort tätig sind.

Ich kenne die Zustände. Er meinte dann “Ach, Sie sind Veganerin, na dann brauche ich Ihnen ja nix erzählen *künstlichlach*”
Dann drückte er mir einen Flyer in die Hand, mit den Worten: “Das ist jetzt keine Urkunde und auch kein Heiratsantrag. hahaha. Sind Sie denn verheiratet? Nein? Na dann ist es doch ein Heiratsantrag hahaha. Naja, man muss ja auch mal Spaß machen.”.
Brüller -.-
Auf der Rückseite war was zum ausfüllen, dort stand “Monatlicher Beitrag”. War ja so klar!

Er erklärte  mir, dass Tierschutz ja nur mit finanzieller Unterstützung funktionieren würde. Aber er wolle nicht an “Meine Millionen” sondern der niedrigste Beitrag wäre, ich solle jetzt nicht lachen, 1 Euro die Woche.

Ich lachte nicht.

Ich habe eigentlich keinen Euro über. Ich bin erwerbsunfähig, bekomme Hartz 4 und komme gerade so über die Runden. Sollte ich Geld hergeben, dann will ich schon genau wissen WEM ich das gebe. Ich habe noch nie was von der “Organisation” gehört.

Er sagte, es ginge da jetzt nur um eine DATENERFASSUNG (haha) und ich würde Post bekommen, mit einem Danke Schreiben und hätte dann 3 Wochen um mich zu entscheiden und zu informieren. Melde ich mich nicht, buchen die einfach ab was ich da angebe, war meine Schlussfolgerung. Sobald amer im Kleingedruckten nicht ausdrücklich steht, dass die nur das abbuchen was ich erlaube, nämlich diesen von mir angegebenen monatlichen Beitrag, könnten die theoretisch abbuchen was sie wollen, weil ich habs ja unterschrieben!

Ich bin nicht bescheuert. Ich komme aus dem Telefonmarketing. Ich kenne die Maschen. Ich kenne dieses überfreundliche. Ich war nicht so, ich bin immer im natürlichen Rahmen freundlich gewesen. Das zieht bei mir nicht.

Da ich eh auf dem Sprung war, ich musste mich extrem beeilen, meine Schwester brauchte ihr Auto, und ich nicht meine Daten nem wildfremden gebe, ohne das Kleingedruckte zu lesen, meinte ich, ich würde lieber erst zuhause im Internet Informationen einholen.
“Ja, das können Sie ja, aber das wäre jetzt hier ja wichtig, wegen der Datenerfassung und so…”
Auf meine freundliche Erläuterung warum ich das nicht möchte reagierte er dann so widerlich, dass ich fassungslos war.

Er riss mir den Flyer aus der Hand, klappte seinen Sammelordner zu und würdigte mich keines einzigen Blickes mehr.

Dieser mega freundliche, späßchen machende, lachende, strahlende Sonnenschein verwandelte sich im Bruchteil einer Sekunde zum riesengroßen Arschloch!

Hätte er mich nicht so behandelt, hätte ich mich vielleicht zuhause erkundigt, hätte am vielleicht sogar gespendet. Aber so geht Tierschutz nicht!

Da kommt man sich vor wie bei Zeitungsdrückern. Unseriöser gehts echt nicht! Und das ärgert mich so dermaßen!
Es gibt da draußen so tolle Menschen, die Tiere schützen und ihnen helfen. Manchmal mit Hilfe von Spenden, oft aber auch ohne. Einfach aus der Güte ihres Herzens heraus. Oder es sind Organisationen die aufklären und helfen ohne wie Drücker zu arbeiten.
Und solche Idioten versauen den Ruf dieser Menschen.

Vorher hat er mir noch erklärt wie ich aktiv werden und mithelfen kann bei verschiedenen Projekten. Dass sich alle treffen und zB für den Eichhörnchenschutz Gehege gebaut werden, wo kranke und verletzte Tiere aufgenommen werden, etc pp. Wenn jemand sagt, er kann kein Geld spenden, will aber helfen, warum dann nicht so?
Wenn ich denen mein Geld nicht gebe, darf ich auch so nicht helfen? Wie überaus logisch -.-

Nein, da wird man abgespeist, weil man seine Daten und die Erlaubnis zum Bankeinzug nicht geben will.

Ich habe den allergrößten Respekt und verneige mich vor allen Tierschützern, aber wie gesagt, so funktioniert Tierschutz nicht. Jedenfalls nicht in meiner Welt!

3 Kommentare bei Erst der Heiratsantrag, dann die Abfuhr

  • Steffi E.  sagt:

    Ich wurde auch schön öfters von ganzen Rudeln WWFlern belästigt. Es ist ja ok, wenn sie werben müssen um an ihre Gelder zu kommen, aber die werden richtig aufdringlich und quatschen einen zu, bis die Leute einfach was spenden, nur damit sie da endlich weg kommen… ist definitiv der falsche Weg, aber ganz viele machen das immer noch so. Ich meide schon bei uns die Prager Straße, weil da immer irgendwelche rumstehen, die Geld von einem wollen… ob´s nun um Zeitungen geht, Tierschutz, „religiöse“ Sachen… ich lächle freundlich und drängel mich dann durch, lasse mich gar nicht erst anquatschen von denen…

  • Stephanie Reichert  sagt:

    Ich gebe 10€ monatlich an eine Frau die ich im Internet kennengelernt habe, die wahrscheinlich selbst ganz gut über die Runden kommt, die jedoch einige aus schlechter Haltung stammende Pferde durchfüttert und medizinisch/homöopathisch/osteopathisch/huftechnisch… behandeln lässt und sie wenn möglich weiter vermittelt. Ein kleiner Beitrag, was ich leisten kann, der mir nicht weh tut, der einem Pferd zwei Sack Hafer im Monat ermöglicht. Meist geht bei „Organisationen“ mehr Geld für Bearbeitungsgebühren und Auszahlung von Arbeitskräften (Aufwandsentschädigung… HALLOOO? Im Ernst? Im Tierschutz?) drauf als tatsächlich dort angekommen wo sie wirklich gebraucht werden. Traurig!

  • Sylvi  sagt:

    Hej Nina,

    diese angebliche Tierschutzorganisation, für die der Mann geworben hat, ist tatsächlich im Grunde gleichzusetzen mit den Zeitungsdrückerkolonnen, wie Du es in Deinem Beitrag bereits angesprochen hast.

    Seriöse Tierschutzvereine würden niemals auf der Straße oder am Supermarkt versuchen, Dich als zahlungspflichtiges Mitglied zu werben. Diese Praxis kenne ich auch noch aus Bücherklub-Zeiten.

    Sie geben allenfalls Infomaterialien raus, unterhalten und beraten die Menschen, die am Stand stehen bleiben. Außerdem geben sie Dir die Möglichkeit, dass Du Dir ganz in Ruhe zu Hause überlegen kannst, ob Du Mitglied werden möchtest.

    Nicht umsonst ist in unserer Stadt die Mitgliederwerbung direkt an Infoständen in der Fußgängerzone verboten.

    Ich halte diese „Tierschutzorganisation“ für absolut unseriös, hat mit Tierschutz gar nichts zu tun und die Gelder fließen wer weiß wohin.

    Gruß Sylvi

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