[Gelesen] Feuchtgebiete von Charlotte Roche

Warnung: Dieser Beitrag wimmelt vor Widerlichkeiten und Spoilern. Bei schwachem Magen nicht weiter lesen. ^^

 

Feuchtgebiete von Charlotte Roche

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Ullstein; Auflage: 1. (9. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548280404
  • ISBN-13: 978-3548280400
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,2 cm
  •  

    Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt – ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.

    Schon eine ganze Weile bin ich neugierig auf dieses Buch gewesen. Als meine Zweitmutter es sich dann für den Urlaub kaufte, hab ich mich gefreut ^^ Nun sind sie seit gestern wieder da und ich durfte es auch direkt mitnehmen und lesen.

    Tja, was soll ich sagen…
    Ich hätts lassen sollen.

    Die grobe Geschichte ist, dass Helen mit einer Fissur am Anus ins Krankenhaus eingeliefert wird und operiert werden muss. Man ist quasi während ihre Krankenhausaufenthaltes dabei und erfährt ein bisschen was aus ihrem Leben. Eine richtige Geschichte ist das für mich nicht. Sie labert belangloses Zeug total Zusammenhangslos daher. Je widerlicher umso besser.

    Wir erfahren, dass sie gern Schorf frisst, wie Eiter und Mitesser schmecken, dass sie auch mal Kotze von Freundinnen säuft, dass sie ihren "M****i Schleim" vorkostet, bevor sie mit Männern schläft (für eine 18 Jährige hat sie nen ganz schönen Verschleiß – auch an Frauen, die sie sich im Puff aussucht *augenroll*) und eigentlich immer mal kostet wenn sie aufs Klo geht, sie lässt sich von nem Fremden in seiner Wohnung rasieren, ein Mal die Woche und verteilt ihre selbstgemachten, vollgesifften Tampons (selbstgemacht, weil man sich ja nicht der Tamponindustrie beugen will – wie dämlich ist das denn bitte -.-) überall, wäscht sich nicht und ist noch stolz drauf, verteilt überall ihre Keime (da will ich grad gar nicht näher drauf eingehen *schüttel*) und ist auch da stolz drauf. Es ist echt einfach nur ekelhaft.
    Am ende versucht man noch auf die Tränendrüse zu drücken, da noch ganz schnell ne Story und etwas Drama rein zu drücken, was total misslingt, weil man die ganzen Protagonisten eh nicht leiden kann und es einem echt scheiß egal ist – mir jedenfalls. Das machts auch nicht besser, im Gegenteil.

    Zwischendurch tat mir die Protagonistin mal kurz leid, weil sie wegen einer Dummheit (weil sie sich den Bremsknüppel vom Bett in den Arsch gerammt hat, damit sie blutet und im Krankenhaus bleiben kann, hofft dass dort ihre Eltern aus lauter Sorge um sie wieder zusammen kommen) fast stirbt aber im gleichen Atemzug gibt sie nach der OP einer freiwilligen Krankenhaus Helferin aus Langeweile im Aufwachraum ein Glas Wasser, womit sie sich vorher drei mal den Mund ausgespült hat zu trinken. Und sofort findet man sie wieder ekelhaft. 

    Hier wird einfach nur aufs Schockieren gesetzt. Den Leser ekeln um jeden Preis, egal wie weit das geht. Und Fremdschämen auch nicht vergessen. Es wird kein Tabuthema ausgelassen. Es geht vom Popelessen über inzestfantasien bis zu… naja, sowas eben. Ich denke, ihr wisst jetzt bescheid ^^

    Ich kann ja echt viel ab. Ich bin auch nicht so leicht zu erschüttern. Aber was da teilweise erzählt wird treibt selbst mir den Mageninhalt hoch. Da sind nun Bilder in meinem Kopf, die ich da nicht haben will!

    Dabei gehts auch echt nicht um die saloppe Sprache, sondern um den Inhalt.  Aber sowas verkauft sich halt gut. Die Leute lesen es aus Neugier. Ich ja auch. Wobei, hätte ich DAS gewusst, hätte ich es definitiv gelassen – ich wollte es auch weglegen, aber ich lese Bücher grundsätzlich zu ende, sonst hab ich kein Recht darüber zu schreiben.
    Auch wenn ich zugeben muss, dass es zwischendurch auch ein, zwei Lacher gab. An die kann ich mich allerdings leider nicht erinnern –.- 
    Unterhaltend war es definitiv. Aber auf eine Art und Weise die nicht mein Ding ist.

    Das Buch hat für mich absolut keinen Wert. Ich dachte die ganze Zeit nur: Sperrt diese Göre ein, in die Geschlossene, und lasst sie nie wieder raus!

    Ich frage mich nach dem Lesen, wie Kritiker da einen Zusammenhang mit Emanzipation sehen können. Wenn man so die Kritiken liest fragt man sich, was die gekostet haben. "Roche rebelliert gegen Hygienefanatismus". Pfff!

    Also wer sich mal richtig ekeln will sollte unbedingt dieses Buch lesen.

    Meine Wertung:

    0,5

     

    0,5 von 10 Sternchen

    Den halben Stern gibts auch nur, weil ich mich so schön drüber aufregen konnte ^^

     

    Hats jemand von euch gelesen? Mich würde eure Meinung interessieren. Bin ich prüder als ich dachte, oder isses echt so ekelhaft ^^

    Tags:  

    6 Kommentare bei [Gelesen] Feuchtgebiete von Charlotte Roche

    • Intergalactic Ape-Man  sagt:

      Hab’s nicht gelesen, weil ich den Trend bei sowas erstmal abklingen lasse. Es hat sich ja irgendwie gezeigt, daß es nicht viel mehr war als ein Marketinggag. Ich muß aber sagen, daß, so wie du es beschreibst, es schon wieder interessant klingt. Einfach, weil es mehr over the top zu sein scheint, als ich dachte. Ansonsten juckt mich das nicht so. Wer mit mehreren Krankenschwestern und Altenpflegerinnen verkehrte, hat da so eine gewisse Art gefunden, damit umzugehen. Und deshalb werde ich es, ähnlich wie du, mangels Substanz einfach blöd finden. Mal sehen.

    • Nina  sagt:

      Also ich habe als Altenpflegerin gearbeitet und quasi in Scheiße gebadet um mal im Stil des Buches zu reden – offen also ^^
      Ichhabe Dinge gesehen, die kann man keinem normalen Menschen erzählen ohne unterbrochen zu werden, weils so eklig ist. Aber diese Masse an Ekelhaftem machts einfach. Und Roche sagte, das Buch ist zu 70% autobiographisch. Ich kann sie jetzt nicht mehr ansehen und Bilder im Kopf zu haben wie sie… naja, das eben was ich beschrieb.
      Ich werde definitiv nie wieder ohne Desinfektionsmittel ausm Haus gehen! Denn wenn men früber nachdenkt weiss man nie, wer wo mit Absicht seine Spuren hinterlässt xD hihi

    • Celia  sagt:

      Ich war anfangs auch neugierig, hab es als Hörbuch bekommen und habe genau das selbe gedacht wie du….. „Ich hätts lassen sollen!!!“

      Mein erster Gedanke war… WTF Arschrasur?

      Naja, einige Punkte fand ich aber schon intressant, und vor allem mit dem Ende hab ich nicht gerechnet. ^^

    • Intergalactic Ape-Man  sagt:

      @Nina: Ach, das ist doch nicht so schwer. Stellst du dir die Menschen sonst nie mit Bremsknüppel im Arsch vor? :rofl:

    • Uli  sagt:

      Ich hab es nicht gelesen. Und werde es höchstwahrscheinlich auch nie lesen. Dennoch interessiert mich das schon, um einfach mitzureden, wie scheiße das Buch ist, aber irgendwie trau ich mich nicht! ^^

    • Nina  sagt:

      loooool @Intergalactiv Ape-Man Ich sag ja, ich bin vielleicht zu prüde dafür xDD

      @Celia: Ja, das Ende war schon überraschend. Aber auch total zusammenhangslos und unlogisch. Ich würde ja gern wissen wies dann weiter ging. Die sind wahrscheinlich nach hause und haben sich mit ihrem „Smegma“ amüsiert *kotz* xD

      @Uli: Hach Uli… was soll ich sagen…. überleg es dir gut! Du wirst die Bilder echt so schnell nicht los *lach*

    Sag was dazu!

    Sag was dazu!

    HTML Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>