Mein Besuch beim Sozialmedizinischen Dienst

Boah Leute ey -.-

Soll ich euch was sagen? Ich bin sauer. Und frustriert. Und traurig. Und sauer. Ach ja, und frustriert.

Also erstmal: Es wird sehr lang! Und legt nicht alles auf die Goldwaage. Ich bin schnippisch, weils mir kacke geht und weil ich sauer bin. Und frustriert. Achso, das hatten wir ja schon ^^

Ich war ja vor einer Weile beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen, zwecks Überprüfung meiner Arbeitsfähigkeit im Auftrag des Jobcenters.
Und ich war sooo happy danach. Hier könnt ihr nachlesen warum.

Und nun hatte ich vor ein paar Tagen nen Brief im Briefkasten (in welchem Kasten sonst) und wurde vom Jobcenter zum Sozialmedizinischen Dienst geschickt. Ich habe dann beim JC angerufen und gefragt warum ich da nun auch noch hin muss und da meinte meine Bearbeiterin, dass vom MDK keine Unterlagen bei denen eingegangen sind und denen das eh lieber ist vom Sozialmed. D. weil die enger zusammen arbeiten. AHA!

Da geh ich einmal zu nem Arzt der wirklich toll und super nett ist und mich vernünftig untersucht und voll auf meiner Seite ist, und dann verschwinden die Befunde? Nunja. 

Wie dem auch sei, bin ich da heute früh um acht hin gefahren. Das hat allerdings super viel Spaß gemacht. Ich bin die Hälfte der Strecke noch nie gefahren und kenne mich in dem Bezirk null aus. Ich habe vorher Google Maps studiert und mir die Strecke auf Streeview angesehen. Normalerweise fahre ich in solchen Fällen lieber per Öffentliche, denn ich habe eine unsagbare Panik mich zu verfahren und ich habe ja nicht mal ein Handy, dass ich jemanden anrufen kann der sich auskennt. Aber mir gehts momentan einfach nur schrecklich und mit den Öffis war keine Option.

Ich habe mich auf dem Hinweg nur ein mal verfahren, weil ich dachte, ich müsse bis zum Ende der Straße, ich hätte aber abbiegen müssen, aber ich habe meinen Weg wieder gefunden. Ich habe mir die Gegend auch versucht einzuprägen. Hat geklappt 🙂
Dann habe ich es sogar hinbekommen einen Parkplatz zu finden und machte mich auf in Richtung Hausnummer 123. Leicht zu merken, war aber ein Stück entfernt. Als ich da ankam öffnete ich die Tür und…. stand auf einmal in nem Kindergarten. HÄ?!

Ich war total verwirrt. Ich raus und habe meine Einladung raus geholt. Gnaaaa. Nummer 132!!! Leicht zu merken, ne? -.-

Die war natürlich genauuu da wo ich geparkt habe. -.-  

Okay, ich bin dann also rein, hab nen Zettel ausgefüllt und dann kam “meine” Ärztin. Die rannte so schnell vor mir her, dass ich sie tatsächlich auf dem Weg zu ihren Räumlichkeiten verloren habe. -.- Ich bin kein Sprinter! Ich bin halt nicht gut zu Fuß… deswegen bin ich ja seit 3 Jahren krank geschrieben…..
Sie holte mich dann quasi unterwegs ab und wir gingen in einen Raum. Da fragte sie dann erstmal wie man meinen Namen richtig ausspricht. Nach mehreren Versuchen habe ich dann abgewunken, sie hats nicht hinbekommen. Ich meinte dann “Ist auch egal, der Name ist nicht so einfach” *dooffreundlichlach*

Ich weiss nicht woher sie kam, aber sie hatte einen ganz derben Akzent. Ich hatte Mühe sie zu verstehen und sie hatte Mühe zu sprechen. Denn als sie meine Befunde laut vorlas hatte ich angst, dass sie sich dabei was tut.
Ich bin nicht rassistisch, versteht mich nicht falsch. Wäre auch dämlich, bin ja selber halbe Türkin. Aber in meinem Kopf schwebte ein fettes “WTF” umher. Denn sie machte den eindruck, als hätte sie keine Ahnung was sie da eigentlich macht. Sie konnte null mit den Diagnosen anfangen irgendwie. Sie wirkte wirklich, als hätte sie das noch nie gehört. Ich war leicht irritiert, denn ich hatte die ganze Zeit im Hinterkopf, dass diese Frau jetzt darüber entscheidet ob ich arbeitsfähig bin oder nicht. Und sie wirkte einfach nicht so, als sollte sie solche Entscheidungen treffen. Ja, sie wird schon dazu in der Lage sein, sonst wird sie da nicht arbeiten, sollte man denken aber alter….. nach der Untersuchung war ich in dem Glauben vollends gefestigt.

Ich sollte mich ausziehen bis auf die Unterwäsche, normal, das ist Standard. So weit so gut. Dann sollte ich mich auf eine Liege setzen. okay. Dann kam sie so von der Seite um mich herum und klopfte meinen Rücken rechts und links ab. Allerdings würde von dem Klopfen nicht mal meine Nichte ein Bäuerchen machen. Ich fragte mich was das soll. Dann wurde ich abgehört. Oukay….
Dann wurde mein Blutdruck gemessen. “155 zu 70”. Ich war baff. Hä?? Ich hatte noch nie in meinem Leben Probleme mit meinem Blutdruck. Noch nie. Und ich war völlig gelassen… okay, weiter. Dann sollte ich mich hinlegen. Ich hasse das, denn das sind echt üble Schmerzen so gerade auf dem Rücken zu liegen. Sie hob meine Beine an, fertig. Dann sollte ich aufstehen und mich nach vorne beugen. Möööp! Nope! Nein. Kann ich nicht. Nicht ohne mich irgendwo abzustürzen. Sie gucket mich an, als hätte ich meinen Kopf abgeschraubt und sie damit beworfen. Sie war total schockiert. Und ich fragte mich warum…. da steht doch auf dem Zettel was ich alles habe… ist es da verwunderlich, dass mein Rücken sowas nicht mitmacht? Genau so wenig wie Hände in die Hüften und Oberkörper hin und her drehen und beugen. Oder in die Hocke gehen. ALter, ich kann mich nicht mal hinknien!!!
Was hat sie erwartet? Dass ich da ne Gymnastik Kür hinlege? So hat sie jedenfalls getan und das machte mich sauer.

Dann durfte ich mich wieder anziehen und sie hat noch mal mit nem Pulsdingens meinen Blutdruck gemessen. Diesmal war er 195 zu 70. Ähm….

Also dass ich auf 180 war is klar, aber ein Blutdruck in der Höhe…. Niemals. Und wenn, dann hätte sie mich da eigentlich auf der Stelle behandeln und mir was zum senken geben müssen. Nitrospray oder so. Denn ich hätte ja quasi jeden Moment umkippen können. Auch wenn ich mich null so gefühlt habe. Ich war völlig gechillt.

Nun gut.

Sie erklärte mich dann für stundenweise arbeitsfähig und als ich sie dann fragte was ich für Arbeit machen soll meinte sie: “Ja das ist dann Ihre Sache.” Danke.

Sie erklärte mir dann noch, dass ich ja noch so jung sei und dass man das ALLES wieder weg bekommt und dann werde ich mich an sie zurück erinnern und sagen: “Sie hatte recht”.

Ganz ehrlich?

Nichts wäre schöner, aber hallo Realität! Allein die Fibro kann man nicht einfach wegzaubern. Oder meine zerstörten Knie. Oder, oder oder.
Klar kann ich meinen Zustand bessern, wenn ich endlich mal an die richtigen Ärzte komme, aber ALLES WEG? Sagt sie, nach dem mir in den letzten 15 Jahren ALLE Ärzte bei denen ich war was anderes gesagt haben. Okay…

Klar bin ich jung. Aber das heißt doch nicht, dass junge  Menschen keine Schmerzen haben! Auch junge Menschen haben Rheuma. Auch junge Menschen können Schlaganfälle bekommen. Auch junge Menschen haben Bandscheibenvorfälle, etc pp.
Dieses “Du bist doch noch so jung” hasse ich wirklich inbrünstig. Manche tun so, als ob ich schlagartig gesund bin, nur weil das jetzt gesagt wurde.
Ich renne seit ich 11 bin zu Ärzten. Nur mal so am Rand.

Ja, ich würde gern wieder arbeiten gehen. Hätte gern wieder Kollegen und eine Aufgabe. Ja, ich wäre gern schmerzfrei, ich geil mich an den Schmerzen nicht auf!
Aber das ist alles so irre leicht gesagt!
Sie macht die Tür hinter mir zu und ich bin dann die die da steht und nicht weiss wo vorne und hinten ist und ich bin diejenige die wegen ihrem scheiß Reizdarm allein schon manchmal nicht vor die Tür kann. Geschweigen denn die anderen Sachen alle. Ich bin die, die sagt “ich brauche die und die Untersuchungen” und die die Ärzte mit absolutem Schwachsinn vertrösten, einen von oben herab behandeln und einen einfach nicht ernst nehmen. Seit 19 fucking Jahren.

Ihre Aufgabe hat sie erfüllt. Mich “untersucht”. Wenn man das so nennen kann.
”ja, sie können das.” sagte sie. “Sie können Termine machen und zu ärzten gehen.” Ach was. Sag bloß. -.-
Ist nur doof wenn man nen Termin 5 mal absagen muss, weil man das Haus nicht verlassen kann, weil dauernd irgendwas ist.
Aber gut, dass es Ärzte gibt, die eine nur von weitem sehen müssen und schon alles wissen. Sie meinte ja auch, ich sei nicht depressiv, dann wäre ich ganz anders. Also ich habe nicht gesagt ich wäre depressiv, ich habe gesagt mein alter Arzt meinte das immer. Und ich dachte nur so… ja? Wie wäre ich denn wenn ich depressiv wäre? Würde ich dann da sitzen und heulen? So ein Quatsch! Ich war schon depressiv und meine Maske saß immer perfekt, mir hat man das nicht angemerkt! Sie muss nen 7. Sinn haben.

Wie dem auch sei werde ich den Bericht vom MDK anfordern und gegen ihren Bericht definitiv Widerspruch einlegen. So nich. 

2 Kommentare bei Mein Besuch beim Sozialmedizinischen Dienst

  • Fjolamausi  sagt:

    Hey 🙂
    Deine Probleme mit den Ärzten kann ich vollkommen nachvollziehen.
    Ich bin leider auch auf die angewiesen seit ich mit 12 Jahren Knochenkrebs hatte. Das sind bei mir zwar „erst“ 6 1/2 Jahre.. aber die Probleme mit Ärzten sind trotzdem da.
    Obwohl… es sind ja nicht nur die Ärzte.. Ich habe da auch noch sie ein paar andere Probleme, mit der Stadt zum Beispiel. Die Klage steht schon seit längerem, aber die warten einfach bis ich dann irgendwann in ne andere Stadt ziehe. Und was soll man da als bevorstehende Abiturientin groß machen? Naja.

    Ich wünsche dir noch viel Erfolg bei deiner Diagnose! Ich finde, man muss es den Menschen ja nicht unnötig schwerer im Leben, als es so schon ist. :/
    LG

  • Steffi K..  sagt:

    Boah unglaublich!
    Und wenn ich das wieder lese, habe ich echt manchmal das Gefühl, es ist einfacher, wenn man wirklich depressiv ist oder Borderline hat oder ne Essstörung, da kenne ich so einige, die deswegen als arbeitsunfähig eingestuft wurden, denen geht so schnell keiner mehr auf den Sack.

    Mal was anderes, müssen die nicht in etwa Tätigkeiten angeben, die du angeblich arbeiten könntest? Das würde mich ja tierisch interessieren, was die gute Frau da so sieht für dich…

Sag was dazu!

Sag was dazu!

HTML Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>